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Insolvenz: „Eine Krise ist ein Wettlauf gegen Zeit und Geld“

Die Art und Weise, wie Unternehmenskrisen verlaufen, ist sehr  unterschiedlich. Doch häufig ähneln sich die Gründe, die in die  Insolvenz führen. Wie kriselnde Firmen den Turnaround schaffen und warum dabei jeder Tag zählt, weiß unser Interim Manager.

Autor: Hannah Winter-Ulrich
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veröffentlicht von: Deutsche Interim AG am
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zuletzt aktualisiert am 24.06.2026
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Lesezeit: 1 Minuten

Machen wir uns nichts vor. Die Krise ist da. Nahezu täglich gibt es neue Hiobsbotschaften über Firmen in Schieflage. Doch was genau sind die häufigsten Gründe für Unternehmenskrisen?
Interim Manager: Unternehmenskrisen sind sehr individuell. Keine gleicht der anderen.  Doch was die Ursachen betrifft, bestehen tatsächlich Gemeinsamkeiten.  Denn für Krisen gibt es zumeist technologische, wirtschaftliche oder  strategische Gründe.

Beginnen wir bei den technologischen Ursachen.

IM: Betrachten wir zum Beispiel das Thema Elektromobilität. Die über  Jahrzehnte hinweg perfektionierte Antriebstechnik des Verbrennermotors  ist für Elektroautos nutzlos. Bauteile wie Katalysatoren und Auspuffe  benötigen diese Fahrzeuge nicht. Die Anzahl der verbauten Komponenten  reduziert sich um rund 90 Prozent. Nicht zu vergessen: der Kunde. Die  Nachfrage nach Elektroautos ist hierzulande rückläufig. Und E-Autos  deutscher Hersteller sind im Vergleich mit Anbietern aus den USA und  Fernost zu teuer. Auch technologisch sind sie unterlegen. Weitere  Faktoren, die die Nachfrage drücken, sind Konzepte wie Carsharing, der  Parkplatzmangel in Innenstädten und die Tatsache, dass das Auto für  viele Menschen kein Statussymbol mehr ist. Sogar das Homeoffice spielt  eine Rolle: Seit Corona können viele zuhause arbeiten. Wir sind weniger  unterwegs. Also ist der Verschleiß der Autos geringer. Und es passieren  weniger Unfälle.

All das bringt Hersteller und Zulieferer gleichermaßen in die Bredouille. Etliche Zulieferer mussten bereits Insolvenz anmelden. Was viele nicht vermuten: Auch Hersteller von Sitzen und Leuchten haben massive Probleme. Denn sie haben in den fetten Jahren massive  Überkapazitäten aufgebaut. Doch die großen europäischen Konzerne mit  umfangreichen Pkw-Flotten fragen heute weniger nach.

Auch, was die Digitalisierung angeht, sind wir hintendran. Natürlich könnten Unternehmen in Software investieren und ihre Prozesse digitalisieren. Doch damit allein ist es nicht getan. Das Personal muss in der Lage  sein, mit den neuen digitalen Lösungen zu arbeiten. Firmen müssen Mitarbeitende zum Umgang mit effizienzfördernden Tools befähigen – was wiederum Geld und Zeit kostet. Zumal das Business durch die  Digitalisierung sehr viel schnelllebiger geworden ist. Hatten Technologien früher eine Lebensdauer von Jahrzehnten, sind es heute maximal fünf  Jahre. Firmen müssen also nicht nur technologisch und fachlich aufrüsten – und zwar fortlaufend –, sondern auch ein Mindset etablieren, das den  Wandel als Konstante anerkennt. Nur so können wir die Lücke nach und  nach schließen.
 

 

Dieses Interview ist zuerst in unserem Themenspecial „Wege aus der Krise“ erschienen. Darin erhalten Sie bewährte Best Practices und  Expertentipps aus erster Hand für Sanierung, Restrukturierung und  Turnaround.
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Hannah Winter-Ulrich

Leiterin Kommunikation

Hannah Winter-Ulrich tut, was sie liebt. Und liebt,  was sie tut: das Schreiben. Die erfahrene Textpertin verantwortet nicht  nur die Unternehmenskommunikation, sondern kreiert auch Content, der das angestrebte Kommunikationsziel stets erreicht. Hannah reizt es,  komplexe Themen anschaulich und verständlich aufzubereiten. Kein Wunder, denn sie hat als B2B-Redakteurin über einen Zeitraum von rund 15 Jahren Dutzende IT- und Hightech-Unternehmen betreut.